Dezember 25, 2011

Weihnachtsgruß und kleiner Rückblick

Pünktlich zu Weihnachten möchte ich mich noch einmal bei euch melden und euch nochmals herzlichst für die Unterstützung meines Freiwilligendienstes in Peru danken! 

Ein kleiner Rückblick 

Es ist Freitag später Nachmittag der 20.08.2011 und ich stehe mit zwei Koffern, die aus allen Nähten platzen und in denen die Erinnerungsstücke aus einem Jahr mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen zusammen ohne jegliche Luftlöcher hinein gequetscht sind. Wo bleibt nur Tia Liz??? Es wird immer später und die Straßen Limas füllen sich langsam. Normalerweise braucht man von hier aus ca. eine Stunde bis zum Flughafen, aber in der Rushhour kann man mit 3 vielleicht sogar 4 Stunden rechnen. Zum Glück habe ich schon eingecheckt und muss nur noch das Gepäck aufgeben. Ah… endlich - Da sind sie ja. Die Sachen schnell auf den Pickup und los geht’s und noch eben Charly von der Arbeit abholen, denn er wollte mich auf jeden Fall zum Flughafen begleiten. Wir haben Glück und die Straßen sind noch nicht so voll, wie wir gedacht haben, sodass wir gut durchkommen. Am Flughafen dann die nächste Hürde. Was zeigt die Waage an. Hoffentlich habe ich nicht all zu viel Übergepäck. Misst! Ganze 9 Kilo drüber. Das wären dann eigentlich so 200$. Muss ich also doch wieder umpacken und was da lassen?? Doch der Junge Herr am Schalter ist sehr freundlich, zwinkert mir zu und sagt mir, dass ich einfach die Flughafen gebühr noch einmal zahlen soll und das dann schon in Ordnung gehen würde. Ich bin beruhigt und zahle mit meinen letzten Soles die umgerechnet ca. 30$. Dann ist es Zeit Abschied zu nehmen und kurze danach sitze ich mit sehr gemischten Gefühlen im Flieger. Ich erinnere mich an die letzte Szene im Kinderdorf. Ich wollte unbedingt schon los, bevor die Kinder schon wieder aus der Schule zurück sind, um eine allzu traurige Abschiedsszene zu vermeiden. Wie das nun mal so ist, kommen wir doch erst 2 Stunden später los und als wir mit all meinen Sachen hinten auf dem Pickup sitzen dreht Tio Hibo noch einmal eine Extrarunde und hubt alle aus den Häusern. Also springe ich wieder ab und muss mich schweren Herzens erneut in einem Meer von Umarmungen verabschieden. Auf der anderen Seite denke ich auch an all die, die ich nach so einer langen Zeit wieder in meine Arme schließen kann und freue mich auf zuhause. Um mich abzulenken schaue ich einen Film und schlafe dabei ein. 
Als ich aufwache befinden wir uns im Landeanflug auf Amsterdam. Nach kurzem Aufenthalt geht es dann weiter nach Hamburg, wo ich ganz herzlich von meinen Eltern und meiner Freundin empfangen werde. Wie versprochen, bekomme ich mein lang ersehntes Störtebäckerweizen und wir machen uns auf den Weg nach Wildeshausen. Mir wird mitgeteilt, dass wir gleich noch zu meinem besten Freund Sascha fahren, um dort gemeinsam Abend zu essen. Also mach ich mich schnell frisch und wir fahren los. Schnell merke ich, dass meine Mutter in die völlig falsche Richtung fährt und ich ahne, was da wohl auf mich zukommen wird. Und tatsächlich, wie vor einem Jahr bei meiner Abschiedsfeier, alle sind sie gekommen. Ich werde von allen meinen Freunden begrüßt und mit Willkommensgeschenken überhäuft. Es war wirklich ein schönes Gefühl, nach so langer Zeit, endlich alle wieder in die Arme schließen zu können. Wir feierten gemeinsam bis tief in die Nacht hinein. 

Nun bin ich seit ca. 4 Monaten wieder zurück in Deutschland. Und mittlerweile habe ich mich wieder richtig eingelebt. Die Umstellung ist mir allerdings längst nicht so leicht gefallen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich denke das ist natürlich auch eine Einstellungssache. Wenn man in ein unbekanntes Land mit einer fremden Kultur aufbricht, dann stellt man sich natürlich darauf ein, dass vieles neu und anders sein wird. Als ich allerdings zurück kam, bin ich mit dem Gefühl, in eine bereits vertraute Welt aufzubrechen, ins Flugzeug gestiegen. Angekommen war ich natürlich überrascht, dass doch alles ein wenig fremd war. Ich musste mich an Einiges zunächst erst wieder gewöhnen und vor allem in den ersten Wochen fiel mir das gar nicht mal so leicht. Sicherlich hat sich auch hier einiges verändert, aber vor allem habe ich mich an vieles in Peru einfach gewöhnt und ganz klar, auch ich habe mich in der Zeit stark verändert. Vor allem fällt mir das auch heute noch bei so vielen Kleinigkeiten im Alltag auf. Einige Dinge, die vorher selbstverständlich für mich waren, weiß ich nun sehr viel mehr zu schätzen. 

Oft denke ich an die Kids im Dorf zurück und frage mich, was sie denn gerade so machen. Zum Glück habe ich ab und zu Kontakt mit einer Freiwilligen, die jetzt im Kinderdorf ist. Und im Zeitalter von Facebook und Co, kann ich auch mit einigen der Jugendlichen aus dem Dorf oder Freunden aus Lima Kontakt halten. 

Wie wird es denn jetzt mit mir weitergehen? 

In Lüneburg habe ich mich sehr gut eingelebt und viele nette Leute kennenlernen können. Ich wohne sehr zentral, genau in der Fußgängerzone und Lüneburg ist wirklich eine sehr schöne Stadt. Super für mich ist es, dass einem meiner Mitbewohnerinnen aus El Salvador kommt und wir oft Spanisch in der WG sprechen. Auch der Studiengang macht mir Spaß. Ich studiere BWL und Nachhaltigkeitshumanwissenschaften an der Leuphana Universität. Außerdem kann ich in dem für Deutschland einzigartigen Studienmodell der Uni Lüneburg viele Kurse in interdisziplinären Fächern belegen und so auch kulturelle, sowie sprachliche Module wählen. Vor kurzem habe ich sogar mitbekommen, dass es zwei Partneruniversitäten in Lima gibt. Und ich spiele mit dem Gedanken vielleicht die Möglichkeit zu ergreifen und für ein Auslandsemester zurück nach Lima zu gehen. 

Ich wünsche euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das kommende Jahr. 

Ganz ganz lieben Gruß
Simon

August 19, 2011

Abschied

Hallo ihr Lieben,

in ein paar Stunden werde ich aus dem Kinderdorf direkt zum Flughafen fahren und den Rückflug antreten. Es fällt mir unglaublich schwer alle liebgewonnenen Menschen, die ich in diesem Jahr kennenlernen durfte nun auf ungewisse Zeit zu verabschieden. Sicherlich werde ich irgendwann noch einmal in dieses wunderschöne Land reisen und das Kinderdorf besuchen. Die Kinder sind mir total ans Herz gewachsen und ich werde sie unglaublich vermissen. Erst jetzt, so kurz vor der Abreise, scheine ich zu realisieren, wie schnell das Jahr eigentlich vorbei ging und dass ich morgen schon wieder in Deutschland sein werde.

Nach meiner Rückkehr werde ich diesen Blog aber noch weiter verwalten. In den letzten Monaten habe ich mich selten und sehr unregelmäßig gemeldet. Ich bitte dies natürlich zu entschuldigen, aber ich bin einfach nicht mehr wirklich dazu gekommen, neue Berichte oder Posts zu verfassen. Das bedeutet also es gibt noch einiges zu erzählen!!! Ich werde die fehlenden Berichte aus dem Kinderdorf und von verschiedenen Reisen und Erlebnissen dann von Deutschland aus verfassen und hier im Blog veröffentlichen.

Ganz lieben Gruß aus dem Westfaliakinderdorf
euer Simon

Juni 22, 2011

Quinceañera

Die Quinceañera einer Frau hat mehrere Ursprünge und ist in ganz Süd und Lateinamerika mehr oder weniger verbreitet. Die Tradition kommt von den Pubertätsriten vieler unterschiedlicher Urvölker. Um den Eingang einer jungen Frau in das Erwachsenenleben zu feiern, wird diese Zeremonie abgehalten. Oft war es der Brauch in diesen Kulturen, dass die fast 15-jährigen Frauen ihre Familie verließen, um eine heilige Schule zu besuchen, in der sie die Geschichte und die Traditionen ihrer Kultur erlernten und sich auf die Ehe vorbereiteten. Anschließend kehrten sie zur Gemeinschaft zurück, um ihren 15. Geburtstag zu feiern.

Mit der Eroberung der Spanier verloren die Urvölker leider viel von ihrer Kultur. Die katholischen Spanier fügten in die Eingeborenen-Tradition die Messe ein. Im XIX Jahrhundert, führten der Kaiser von Mexiko, Maximiliano und seine Frau, Carlota, den Walzer und die Kleider ein.

Heutzutage ist die Feier des 15. Geburtstages ein großes religiöses und soziales Event, das den Übergang eines jungen Mädchens in die „Adoleszenz“ (das Erwachsenenleben)kennzeichnet. Am großen Tag glänzt die Quinceañera (15.-jährige) in einem sehr eleganten Kleid, meistens weiß oder pastellfarbend, setzt eine Krone auf und zieht zum ersten Mal Stöckelschuhe an. Oft sitzen die Mädchen vor der Feier Stunden beim Friseur und lassen ihre Haare machen und sich schminken. Die Feier fängt traditionell in der Kirche an. Das Geburtstagskind dankt Gott für den Segen seiner Kindheit und bittet um Wegweiser für die Zukunft. Nach der Messe, wird die Feier mit einem Walzer eingeleitet. Nachdem sie mit dem Vater getanzt hat, tanzt sdie junge Frau mit den anderen Jungs auf der Feier, welche ihr jeweils eine rote Rose schenken. Wenn ein Mädchen 15 Jahre alt wird, geben die Eltern ihr neue Privilegien und Verantwortlichkeiten, sowohl im persönlichen wie auch im sozialen Bereich. Die Festivitäten der fünfzehn Jahre sind im Allgemeinen sehr kostspielig und häufig können Familien sich diese nicht leisten. Mehrere von ihnen nehmen einen Kredit auf oder leihen sich das Geld um die Tradition zu erfüllen und den Übergang vom Mädchen zur Frau ihrer Tochter angemessen zu feiern.

Im Kinderdorf durfte ich auch schon zweimal bei einer Quinceanera dabei sein. Eine habe ich leider auf Grund einer Reise verpasst. Es ist immer ein riesiges Spektakel und wir waren Stunden damit beschäftigt, den Raum zu schmücken. Auch die Küche hat an solchen Tagen meist einiges zu tun und muss das Buffet vorbereiten. Als meine Freundin gerade zu Besuch war, haben wir sogar eine ganz Besondere Quinceanera gefeiert. Da die Zwillinge Eva und Maria 15 geworden sind, gab es sozusagen eine doppelt so große Feier.

In der Regel finden sich dann alle gegen Abend im Sala de Videos ein und warten auf den großen Auftritt des Geburtstagskindes, dass in ihrem Kleid mit einem Begleiter den Raum betritt. Oft sind zu dieser Feier auch, wenn der Kontant besteht, Familienangehörige und auch Freunde aus der Schule eingeladen. Nach ein paar feierlichen Worten der Tios, Verwandten und auch dem Geburtstagskind selbst, wird traditionell Walzer getanzt. Nachdem das Mädchen dann mit sämtlichen Jungs getanzt hat, wird das Büfett eröffnet und alle beginnen zu ohrenbetäubenden Rhythmen von Reggaeton und Salsa zu tanzen.




Die Feier von Eva und Maria











Die Feier von Mayra







Die letzten Tage in Arequipa

Die letzten Tage in Arequipa

Zurück in Arequipa blieben uns dann noch ein paar Tage, um die kleinen dörflichen Stadtteile mit den engen Gassen zu erkunden und die Santa Catalina zu besuchen. Das Kloster Santa Catalina gilt als eines der wichtigsten religiösen Bauwerke der Kolonialzeit und erstreckte sich hinter den Mauern auf einer Fläche von ca. 20.000m². Wie in einer eigenen kleinen Stadt lebten dort bis zu 150 Nonnen mit ihren an die 300 Bediensteten. Viele reiche spanische Familien schickten ihre Töchter in das Kloster, wo sie dann in strenger Klausur lebten und die Mauern des Klosters eigentlich nie verließen.

An einem unserer letzten Abende haben wir uns dann gemeinsam in ein typisch peruanisches Restaurant getraut. Naja was auch immer typisch heißen mag, denn in diesen Restaurants, mit den angeblich typisch peruanischen Spezialitäten, verkehren wesentlich mehr Touristen als Peruaner selbst. Marie und ich haben uns dann gedacht, wenn wir uns nun schon mal hierher verirrt haben, dann werden auch keine halben Sachen mehr gemacht. So haben wir uns ein ganzes frittiertes Meerschweinchen mit Beilage bestellt. Es war wirklich nicht schlecht, hat so ähnlich wie Hähnchen geschmeckt, aber viel dran ist an einem Meerschweinchen nun wirklich nicht.

Mit dem Bus ging es dann nach gut zwei Wochen in ca. 20 Stunden wieder zurück nach Lima und von dort aus ins Kinderdorf. Die Reise war wirklich wunderschön und wie haben viele neue Eindrücke gewinnen können. Aber wir waren auch alle froh wieder zurück im Kinderdorf zu sein, wo uns die Kids schon ein bisschen vermisst hatten.











Juni 17, 2011

Canyon de Colca

Wir hatten uns die Tage zuvor erkundigt, wie man denn am besten den Canyon besichtigen könnte. Letztendlich haben wir uns dann dazu entschieden, die Tour auf eigene Faust zu machen. Wir waren zu fünft, konnten uns einen Guide sparen und vor allem unser eigenes Tempo angeben und so frei entscheiden, auch mal etwas länger an einem Ort zu verbringen, der uns gefällt. Die Wege waren auch relativ klar zu erkennen, sodass man sich eigentlich nicht im Canyon verlaufen konnte.

Am Montagmittag fuhren wir mit einem Bus, in dem eigentlich nur Einheimische saßen, von Arequipa nach Cabanaconde, einem kleinen Dorf, von dem aus man gut in den Canyon absteigen kann. Die Fahrt dorthin war allerdings nicht so angenehm. Nach ungefähr 6 Std. Fahrt kamen wir in Chivay, einem anderen Dorf am Canyon an, in dem nur ein paar Leute aus dem Bus ausstiegen. Dafür stiegen aber gefühlt 3-mal so viele Leute in den Bus, wie es Sitzplätze gab und der Gang war schon voll, aber alle quetschten sich irgendwie noch in den Bus. Wir fünf hatten zwar Sitzplätze, aber da wir so schlau waren und uns die letze Reihe ausgesucht hatten, damit keiner von uns alleine sitzen muss, wurden wir auf der Sandpiste am Canyon entlang gut durchgeschüttelt. Hinzu kam, dass wir auf dem Weg nach Cabanaconde teilweise bis zu 4900m hoch waren und die Luft ziemlich dünn wurde, sodass Marie im Bus wieder Probleme mit der Höhe bekam und ihr ziemlich schlecht wurde. Auf einmal stoppte dann der Bus und fuhr nicht mehr weiter. Es war langsam schon dunkel draußen und keiner wusste so richtig, was los war. Nach gut einer dreiviertel Stunde wurde uns dann mitgeteilt, dass es wohl auf der Strecke einen Unfall gab und wir erst warten müssten, bis die Straße wieder freigeräumt wird. Mit gut 1,5 Stunden Verspätung ging es dann weiter bis wir ziemlich spät endlich in Cabanaconde ankamen. Marie ging es wirklich gar nicht gut und sie ging auch direkt nach dem Eintreffen ins Hostal ins Bett. Es war also gar nicht klar, ob wir am nächsten Tag mit der Tour runter in den Canyon starten können, denn eine 6 bis 7 Stunden Tour, die wir uns für den ersten Tag vorgenommen hatten, wollten wir Marie natürlich nicht zumuten, wenn sie nicht richtig fit ist.


Zum Glück ging es ihr am nächsten Morgen schon wesentlich besser und unsere Tour durch den Canyon konnte starten. Nach ca. 3,5 Stunden kamen wir unten am Fluss im Canyon an, wo wir uns erstmal ausruhen mussten und Mittag aßen. Hier war die Luft schon wieder um einiges sauerstoffreicher. Nach einer kleinen Mittagspause und ein paar Nudeln mit Ketchup aus der Plastiktüte, als kleine Stärkung ging es dann auf der anderen Seite des Canyons wieder hoch zu einem kleinen Dorf. Das Dorf lag direkt an einem kleinen Bach, der zwischen den Berghängen entlang runter zum Fluss führte. In einer schönen kleinen Anlage, fanden wir ein Zimmer für die Nacht und konnten uns abends sogar in einem kleinen Pool direkt neben dem Fluss etwas entspannen.

Früh ging es dann am nächsten Tag weiter, da wir vor der Mittagshitze am Aussichtspunkt sein wollten. Bis dahin ging es nämlich fast nur bergauf und das wollten wir uns in der Hitze nun wirklich nicht antun. Fast hätten wir uns sogar noch verlaufen, aber zum Glück haben wir es recht schnell gemerkt und mussten keinen großen Umweg machen. Es war auch so schon anstrengend genug auch am zweiten Tag hintereinander sich einen 7 -Stundenmarsch vorgenommen zu haben. Dementsprechend fertig mit der Welt, kamen wir dann auch gegen späten Nachmittag in der Oase unten am Fluss an. Es tat einem einfach alles weh. Eine kleine Entschädigung der ganzen Strapazen war allerdings der Sternenhimmel in dieser Nacht. Es war eine ganz besondere Atmosphäre nach so einem anstrengenden Tag, mit dem Plätschern des Flusses im Hintergrund in den total klaren Sternenhimmel zu blicken. Die Sicht war einfach ganz klar, da in dem kleinen Dorf nachts kein Licht brannte und über dem Canyon keine einzige Wolke zu sehen war.

Jetzt stand nur noch der letzte Aufstieg zurück nach Cabanaconde vor uns. Wie am Tag zuvor standen wir vor Sonnenaufgang auf, um so wenig wie möglich, in der prallen Sonne zu laufen. Nach den beiden letzten Tagen mit jeweils 7 Stunden Wanderungen, schien der Aufstieg von „nur“ 3,5 Stunden am dritten Tag doch eigentlich nicht so schwer. Denkste! Mit dem Muskelkater der vergangenen Tage ging es die ganze Zeit nur steil Berg auf. Besonders gemein waren die grinsenden Gesichter, einer Gruppe von Leuten, die wir am Abend zuvor unten in der Oase am Fluss getroffen hatten und die sich dann für den Aufstieg einen Esel nach unten bestellt hatten. Ausgeschlafen zogen sie gemütlich auf dem Rücken eines Esels auf halber Strecke an uns vorbei. Aber auch die letzte Etappe hielten wir tapfer durch und blieben dann noch eine letzte Nacht in Cabanaconde, bis es am nächsten Morgen wieder zurück nach Arequipa ging.



























Juni 01, 2011

Arequipa/Mercado Central

Arequipa

Arepuipa, die weiße Stadt, ist mit ihren ca. 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Perus. Sie liegt auf über 2.500 Metern und bildet das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Südens.

Sehr schnell fanden wir ein schönes Hostel ganz in der Nähe des Plazas de Armas, von dessen Dachterrasse wir direkt in den Innenhof des Santa Catalina Klosters gucken konnten. Zunächst ruhten wir uns von der langen Busfahrt aus und danach erkundeten wir ein bisschen die Stadt. Als erstes ging es zum Plaza de Armas und von dort aus dann weiter zum Mercado Central. Dort gab es eine riesige Markthalle, in der neben 3 Meter hohen Bergen von Früchten und Gemüse, einer riesigen Auswahl an Käse, Fleisch oder Fisch, sogar ganze Schafs- oder Kuhköpfe angeboten werden. Hier waren die Preise noch einmal etwas niedriger, als in Lima, sodass man für ein Mittagsmenü mit Vorspeise, Haupstgericht und so viel frischem Maracujasaft, wie man trinken kann, nicht einmal einen Euro bezahlte.




Plaza de Armas







Mercado


Neben getrockneten Schaafsköpfen gab es auch Kuhfötus im Angebot















April 08, 2011

Auf dem Weg nach Arequipa

Auf dem Weg nach Arequipa

Zusammen mit meinen beiden Freundinnen aus Bremen und den beiden anderen Freiwilligen aus dem Westfalia habe ich eine zweiwöchige Reise über Ica und Nazca nach Arequipa gemacht. Am Sonntag fuhren wir nach Lima und übernachteten bei einer Freundin von Laras Mutter, die uns dann am nächsten Morgen zum Busterminal von Peru Bus brachte. Dort trafen wir uns dann mit Elena und Lilith, die am Abend zuvor erst aus Huaraz gekommen waren. Ich bin zwar schon mal mit Peru Bus nach Ica gefahren, aber nachdem uns die Freundin von Laras Mutter geraten hat, lieber ein anderes Busunternehmen zu suchen, war uns dann doch schon etwas mulmig zumute, aber wir hatten uns ja schon mit Elena und Lilith am Terminal verabredet. Das Problem ist, dass die Busse von Peru Bus überall auf der Strecke halten, um Leute ein- und aussteigen zu lassen und man ja nie wissen kann, wer da so einsteigt. Aber die ganze Aufregung war natürlich umsonst und wir sind alle gut in Ica angekommen.
Dort haben wir uns gar nicht lange aufgehalten und sind gleich zu Lagune Huacachina gefahren. Direkt an der Lagune haben wir in einem kleinen Hostal übernachtet und sind am nächsten Morgen wieder mit den Sandboards auf die Dünen gestiegen.






Im Pool der Hostelanlage


Der Blick auf die Lagune von den Dünen aus



Am späten Nachmittag ging es wieder zurück nach Ica und von dort aus mit dem Bus nach Nazca. Nazca ist eine kleine Stadt mit etwa 23.000 Einwohnern in der Nähe der Südküste Perus, an der Mündung des Flusses Nazca. In den typischen Rundreisen durch Peru darf die Besichtigung Nazcas mit den berühmten Nazcalines eigentlich nicht fehlen. Die Nazcalines sind riesige Scharrbilder in der Wüste bei Nazca. Sie zeigen auf einer Fläche von 500 km² schnurgerade, bis zu 20 km lange Linien, Dreiecke und trapezförmige Flächen sowie Figuren mit einer Größe von zehn bis mehreren hundert Metern, z. B. Abbilder von Menschen, Affen, Vögeln und Walen. Oft sind die Linien nur wenige Zentimeter tief und durch die enorme Größe sind sie meist nur aus großer Entfernung zu erkennen. Deswegen gibt es die Möglichkeit mit einem Flugzeug über die Linien zu fliegen. Als wir allerdings ankamen, mussten wir feststellen, dass die Preise für die Flüge sich in den letzten zwei Monaten fast verdreifacht haben. Da es wohl in der Vergangenheit viele Abstürze gab, hat sich das Verkehrsamt eingeschaltet und bis auf 3 Fluggesellschaften, wurden alle anderen geschlossen.
So gab es keinen Wettkampf mehr und die Preise schossen in die Höhe. Zwei Monate früher hätten wir vielleicht noch einen günstigen Flug bekommen, aber so konnten wir uns das Flugticket leider nicht leisten und mussten uns die Linien von einem Aussichtspunkt aus angucken.

Der Ausflug zum Flughafen, an dem wir versuchen wollten, noch ein günstiges Ticket zu ergattern, hat sich aber letztendlich doch noch gelohnt. Auf dem Rückweg kamen wir nämlich an einer kleinen Werkstatt vorbei, in der noch auf traditionelle mit Ton getöpfert wird. Ein sehr netter Herr zeigte uns, wie die alten Nascakulturen den Ton verarbeiteten. Es war wirklich sehr interessant und so war die Fahrt raus bis zum Flughafen doch nicht umsonst. In Nasca blieben wir dann noch eine Nacht länger und am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Taxi zu Ausgrabungsstätten keine 10Km außerhalb von Nasca. Mit einem Nachtbus ging es dann in 9 Stunden Fahrt weiter nach Arequipa.




Auf dem Aussichtsturm an der Panamercana





In der Wekrstatt direkt neben dem Flughafen
















Fortsetzung folgt...